StartseiteSuchenKalenderStadtplanInhaltKontaktImpressumPresse
 
Stadt & BürgerWirtschaft & ArbeitFreizeit & Tourismus
Stadt & Bürger>>Unsere Stadt>>Stadt- und Ortsteile>>Naturparkgemeinde Grünewalde
  

< zurück
 

Grünewalde (Naturparkgemeinde)

Im Jahre 1418 wurde Grünewalde erstmals urkundlich in einer Lehnurkunde des Kurfürsten Friedrich IV. von Sachsen unter dem Namen Grunenwalde genannt. Nach dem Beleg von 1418 ist die Schreibweise als mittelhochdeutscher erstarrter Dativ zu deuten: ze dem (e) grunen Walde (= zu dem grünen Wald oder am grünen Wald). Im Zeitalter des Spätfeudalismus und der frühen kapitalistischen Entwicklung hat der Ort oft seinen Namen geändert: 1497-Grunewalt, 1540- Grunewalde, 1672-Grünewalda, 1791- Grünewalde. Die mundartliche wendische Bezeichnung "seln drewo" für Grünewalde ist heute nicht mehr anzutreffen, hat sich aber in der Erinnerung älterer Bürger erhalten.

 

Der ursprüngliche Dorfkern war ein Anger. Heute wird er als Lindenplatz bezeichnet, der Volksmund sagt aber auch noch "Bauernwinkel". Grundform und späterer Aufbau der Siedlung lässt die Schlussfolgerung zu, dass die Entwicklung über folgende Stationen verlaufen ist: Anger - kleines Angerdorf –Straßendorf - Haufendorf. Die Bevölkerung ernährte sich von den kümmerlichen Erträgen, die der leichte Sandboden hergab, fand aber im Fischreichtum der hiesigen Seen eine willkommene Abwechslung. Anfang des 18. Jahrhunderts war man der Gräfin von Löwendahl auf dem Schloss Mückenberg zu Abgaben, Hand- und Spanndiensten verpflichtet. Oft waren auch Holztransporte für die Spiegelmanufaktur in Kostebrau zu leisten. Trotz landwirtschaftlicher Schönheit siedelte sich bedingt durch feudale Gesetzgebung kaum jemand von außerhalb an, so dass die Bevölkerungszahl über viele Jahrzehnte konstant blieb. Die Anfänge der Industrie in Grünewalde gehen bis zum Jahre 1729 zurück. Damals wurde im Prinzip als Zweigstelle des Hochofenbetriebs in Lauchhammer hier eine Stabhütte errichtet. Teich- und Wassergräben waren vorhanden, der Ausnutzung der Wasserkraft stand nichts im Wege. Diese Produktionsstätte muss als kleine Kolonie betrachtet werden zusammen mit der Stabhütte, einigen Nebengebäuden und dem Wohnhaus, in dem der Hammerschmiedemeister mit vier oder fünf Mann Belegschaft wohnte. Drei Schwanzhämmer, die in einem Gerüst hingen, wurden durch eine Wasserradwelle in Bewegung gesetzt. Produziert wurden Fertigfabrikate, die als Baumaterial Verwendung fanden (z.B. Zaineisen = Stabeisen), aber auch Reifeisen (Wagenreifen) und Pflüge. Diese Stabhütten waren später der Konkurrenz der Dampfhämmer nicht mehr gewachsen und wurden aufgegeben. 1802 wurde auf Mückenberger Gebiet die erste Braunkohle entdeckt, deren Oberflöz bis zur Erdoberfläche reichte. Man stand der " brennbaren braunen Erde", die ohne Zusatz von Holz nicht zu verheizen und zum Schmelzen von Eisen überhaupt nicht zu gebrauchen war, recht misstrauisch gegenüber, so dass vorgeschlagen wurde, sie mit Torf zu vermischen, zu Ziegeln zu formen und dann zu Heizzwecken zu verwenden. Bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde eine ausgiebige Torfgewinnung auch in Grünewalde betrieben, jedoch infolge der Ausbreitung der Braunkohleindustrie, die neuen Technologien der Brikettherstellung und aus Mangel an Absatz eingestellt wurde.

 

Die im Zuge der Revolution 1848/49 erfolgte Parzellierung einiger Güter und die folgende kapitalistische Entwicklung im Raum Lauchhammer führten auch zum sprunghaften Anstieg der Bevölkerung in Grünewalde. Hatte der Ort 1859 noch 64 Häuser mit 580 Einwohnern, so waren es 1878 bereits 88 Häuser mit 720 Einwohnern. Ein neuer Dorfteil entstand in nördlicher und östlicher Richtung und sprengte den sogenannten Bauernwinkel als ursprünglichen Kern des Ortes erheblich. Heute hat der Ortsteil Grünewalde 1.289 Einwohner (Stand 10.05.2017).

 

Günter Erler
Opens external link in new windowKultur- und Heimatverein Grünewalde

Ausgezeichnete Naturparkgemeinde

Urkunde - Ausgezeichnete Naturparkgemeinde 1999, 2005 und 2012
   [...] Nach oben